Wissenswertes über Arthrose – Teil 2

Was hilft wirklich bei Arthrose?

Therapien, die wirken – und solche, die nur Geld kosten


Arthrose betrifft Millionen Menschen – und mit ihr die Schmerzen, die Unsicherheit, die Hoffnung auf Hilfe.
 Doch zwischen Wundermitteln, Spritzen und Operationen ist es schwer zu erkennen, was wirklich hilft.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, was die aktuelle Forschung zur Arthrose-Therapie sagt: Was hilft nachweislich? Was eher nicht? Und wie kannst du selbst aktiv werden?

Bewegung – die beste „Medizin“ gegen Arthrose

Bewegung – das beste „Medikament“ gegen Arthrose

So einfach es klingt: Bewegung ist das A und O bei Arthrose. Studien zeigen, dass gezieltes Training die Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und Operationen hinauszögern kann. Vor allem wichtig: Bewegung schützt den Knorpel – nicht umgekehrt!

Was genau ist damit gemeint?

  • 🧘 Physiotherapie: individuell angepasst, mit Übungen für Kraft, Koordination und Beweglichkeit
  • 🚶 Regelmäßige Bewegung im Alltag: Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen
  • 🏋️ Medizinisches Krafttraining: stabilisiert die Gelenke und verbessert die Funktion

👉 Schonung führt auf Dauer zu mehr Beschwerden. Wer sich bewegt, bekommt oft schon nach wenigen Wochen spürbare Erleichterung – ohne Medikamente.

Grafik zur Veranschaulichung des Nutzens von Bewegung bei Arthrose

Medikamente – sinnvoll, aber mit Grenzen

Medikamente können Schmerzen lindern, vor allem in akuten Phasen. Aber sie sind kein Ersatz für Bewegung – und auch keine dauerhafte Lösung.

Welche Medikamente helfen?

✅ NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac)

  • wirken gut gegen Schmerzen
  • am besten als Gel oder Salbe (topisch) – so bleiben Nebenwirkungen gering
  • als Tablette nur bei Bedarf und nicht dauerhaft

⚠️ Paracetamol

  • wirkt schlechter als NSAR
  • wird nicht mehr empfohlen zur Arthrosebehandlung

⚠️ Opioide (z. B. Tramadol)

  • können helfen, wenn andere Mittel nicht wirken
  • nur kurzfristig, wegen Abhängigkeitsrisiko

Spritzen ins Gelenk – hilft das?

Spritzen ins Gelenk – was ist dran?

Viele Patient:innen hoffen auf schnelle Hilfe durch Injektionen direkt ins Gelenk. Das kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein – aber nicht jede Spritze wirkt gleich gut.

💉 Cortison

  • hilft schnell und stark bei akuten Entzündungsschüben
  • wirkt für ein paar Wochen
  • aber: nicht zu oft, da es den Knorpel schädigen kann

💉 Hyaluronsäure

  • Wirkung umstritten – einige spüren Besserung, andere nicht
  • nicht in allen Leitlinien empfohlen

💉 PRP, Eigenblut, AKS

  • klingen vielversprechend, aber die Studienlage ist schwach
  • oft teuer, meist keine Kassenleistung

👉 Spritzen können eine Ergänzung sein, um in stark schmerzhaften oder akuten Phasen Bewegung wieder zu ermöglichen, aber sie ersetzen keine aktive Therapie.

Nahrungsergänzung & „Wundermittel“ – lohnt sich das?

Glucosamin, Chondroitin, Kollagen – viele Präparate versprechen Knorpelschutz. Doch was sagen die Studien?

🔍 Ergebnis:

  • Bei den meisten Menschen kein nachweisbarer Nutzen
  • In einzelnen Fällen leichte Verbesserungen – aber nicht besser als Placebo
  • Empfehlung: Wer es probieren möchte, kann das tun – aber nicht als Haupttherapie und nicht ohne Bewegung

Operation – letzter Ausweg oder richtige Lösung?

Wenn Bewegung, Medikamente und Therapie nicht mehr helfen, also alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind, kann eine Operation sinnvoll sein.

🦵 Gelenkerhaltende Eingriffe

  • z. B. Achskorrektur (Umstellungsosteotomie)
  • besonders bei jüngeren Patient:innen mit Fehlbelastung

🦿 Gelenkersatz (Endoprothese)

  • sinnvoll bei starker Einschränkung im Alltag
  • erst nach Ausschöpfen konservativer Methoden
  • moderne Prothesen halten oft 15–20 Jahre

👉 Entscheidend ist: Keine Operation ohne vorherige aktive Therapie. Und auch nach der OP ist Training weiterhin wichtig!

Was nicht hilft – aber trotzdem oft verkauft wird

Leider gibt es viele Angebote, die teuer, aber wirkungslos sind. Dazu zählen:

❌ Paracetamol auf Dauer
❌ Arthroskopische Knorpelglättung
❌ teure Nahrungsergänzungen ohne nachgewiesene Wirkung
❌ Spritzen mit Eigenblut oder „Knorpelaufbauern“ ohne klare Studienlage

💡 Tipp: Lass dich nicht von großen Versprechen blenden – sondern vertraue auf das, was wirkt.

Infografik mit aufbauender Therapieempfehlung bei Arthrose. An oberster Stelle steht die Aufklärung und Bewegungstherapie; als letzte Möglichkeit sollte eine OP in Betracht gezogen werden.

Fazit: Du kannst viel tun – mit Bewegung, Wissen und Geduld

Arthrose ist nicht heilbar – aber behandelbar. Wer sich informiert, in Bewegung bleibt und auf bewährte Therapien setzt, kann Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und sogar Operationen hinauszögern.

Das Wichtigste bist du selbst. Keine Pille, keine Spritze wirkt so gut wie du in Bewegung und die Kraft deines eigenen Körpers. 

Quellen (Auswahl)
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