Wissenswertes über Arthrose – Teil 1

Was ist Arthrose? Ursachen, Risikofaktoren und Diagnose einfach erklärt

Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit – vor allem im höheren Alter.
Dabei denken viele Menschen  bei Arthrose sofort an „abgenutzte Gelenke“ oder daran, dass „nichts mehr hilft“. Doch das stimmt so nicht. In diesem Artikel erfährst du, was Arthrose wirklich ist, wie sie entsteht, und was die Ursachen und Risikofaktoren sind. Außerdem erkläre ich, wie sie festgestellt wird – ganz einfach und verständlich.

Was genau ist Arthrose?

Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, bei der sich der Knorpel in einem oder mehreren Gelenken langsam abbaut. Sie tritt vor allem im höheren Alter auf. Der Knorpel funktioniert wie ein Stoßdämpfer: Er schützt die Knochen vor Reibung und federt Bewegungen ab. Wenn er dünner wird, kann das Gelenk nicht mehr reibungslos arbeiten. Durch diesen Abbau kann es zu Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen kommen.

👉 Wichtig: Arthrose ist nicht dasselbe wie Arthritis.

  • Arthrose = Abnutzung / Verschleiß des Knorpels  (eine fortschreitende Erkrankung) 
  • Arthritis = Entzündung des Gelenkes, z. B. bei Rheuma (kann aber auch eine kurzeitig akute Entzündung z.b. nach einem Trauma/Sturz sein)

Wie entsteht Arthrose?

Arthrose entwickelt sich meist langsam über viele Jahre hinweg. Am Anfang bemerkt man oft nur ein leichtes Ziehen oder Steifheit, vor allem morgens oder nach längerer Ruhe. Später kann es zu dauerhaften Schmerzen, Schwellungen oder Knirschen im Gelenk kommen.

Im Gelenk passiert Folgendes:

  • Der Knorpel wird dünner und rauer
  • Der Gelenkspalt verengt sich
  • Der Knochen reagiert mit Veränderungen (z. B. kleine knöcherne Ausläufer, sogenannte Osteophyten)
  • Es kann zu Reizungen der Gelenkinnenhaut kommen – manchmal auch mit Entzündung
Dreiteilige Illustration eines Kniegelenks: gesundes Gelenk, beginnende Arthrose und fortgeschrittene Arthrose mit Knorpelabbau und Knochenveränderungen.

Was sind die Risikofaktoren?

Die genauen Ursachen sind oft multifaktoriell, also eine Mischung aus verschiedenen Einflüssen:

Risikofaktor: 

  • Alter

  • Übergewicht

  • Bewegungsmangel



  • Fehl- oder Überbelastung

  • Genetik
  • Frühere Gelenkverletzungen

Erklärung: 

  • Arthrose tritt häufiger ab 50 auf, da der Knorpel mit der Zeit an Elastizität verliert
  • Erhöhte mechanische Belastung und Förderung von Entzündung im Körper
  • Gelenke brauchen Bewegung, um gut versorgt/ernährt zu werden.Ohne Bewegung wird der Knorpel schlechter mit Nährstoffen versorgt
  • z. B. durch einseitige Arbeit, Fehlstellungen oder frühere Verletzungen
  • Eine familiäre Häufung ist möglich
  • Frühere Schäden wie Bänderrisse oder Knochenbrüche können eine Arthrose begünstigen.

Wie wird Arthrose festgestellt?

Die Diagnose wird meist durch eine Kombination aus Gespräch (Anamnese), körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt:

  1. Anamnese
    Du beschreibst deine Beschwerden – z. B. wann der Schmerz auftritt, ob es Steifheit gibt, wie beweglich du bist.
  2. Untersuchung
    Die Ärztin oder der Therapeut schaut sich dein Gelenk an: Beweglichkeit, Schwellung, Druckempfindlichkeit, eventuell Fehlstellungen.
  3. Bildgebung
    • Röntgen: Zeigt typische Veränderungen wie Gelenkspaltverengung oder Osteophyten (knöcherne Ausläufer).
    • MRT (selten notwendig): Kann frühen Knorpelschaden oder Weichteilstrukturen sichtbar machen.

👉 Wichtig zu wissen: Der Befund auf dem Röntgenbild muss nicht zum Schmerz passen! Manche Menschen haben starke Veränderungen, aber wenig Beschwerden – und umgekehrt.

Wie zeigt sich Arthrose?

Arthrose schleicht sich oft langsam in den Alltag ein. Anfangs ist es vielleicht nur ein Ziehen im Knie nach dem Aufstehen oder ein Steifheitsgefühl in den Fingern am Morgen. Später können Schmerzen bei Belastung auftreten. Besonders typisch: Die Beschwerden bessern sich meist nach etwas Bewegung, kehren aber bei längerer Ruhe wieder zurück. Diese kleinen Veränderungen im Alltag sind oft die ersten Warnzeichen.

Infografik mit typischen Symptomen der Arthrose – gegliedert nach frühen, mittleren und fortgeschrittenen Stadien.

Fazit: Arthrose verstehen – früh erkennen, gezielt handeln

Arthrose ist eine weit verbreitete Gelenkerkrankung, die durch den langsamen Abbau von Knorpel entsteht. Sie ist keine rein altersbedingte „Abnutzung“, sondern wird durch viele Faktoren beeinflusst – wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder frühere Verletzungen.
Wichtig ist: Arthrose ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar – vor allem, wenn sie früh erkannt wird. Wer die Ursachen und Warnzeichen kennt, kann aktiv gegensteuern und Lebensqualität erhalten. Arthrose ist kein Schicksal – Wissen und Bewegung sind die besten Werkzeuge dagegen.

Im nächsten Teil geht es darum, was bei Arthrose wirklich hilft – basierend auf wissenschaftlicher Evidenz.

Quellen
  1. National Institute for Health and Care Excellence (NICE) – Osteoarthritis: care and management (2022)
  2. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) – S2k-Leitlinie Gonarthrose(2021)
  3. Hunter DJ, Bierma-Zeinstra S. – Osteoarthritis, The Lancet, 2019
  4. Rausch Osthoff AK et al. – Effectiveness of exercise therapy in patients with osteoarthritis of the hip or knee: A systematic review, Physiotherapy (2018)
  5. GLA:D® Deutschland – Patientenedukation und Training bei Arthrose 

Weitere Informationen für Patienten gibt es auch hier: https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/arthrose

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